Eine Odyssee – der Typischte Odysseus-Moment

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Aber sie haben schon immer die Odyssee geleben! Sie haben groβe Entfernungen zurückgelegt ohne irgendwo anzukommen. Damit meine ich, das der Sohn schon Erwachsen ist aber er ist irgendwie immer noch so weit von dem Vater entfernt.

Wie kann man denn groβe Entfernungen zurücklegen ohne irgendwo anzukommen? In Daniel Mendelsohns “Eine Odyssee – Mein Vater, ein Epos und ich» wird die Antwort gefunden: Indem man sich im Kreis bewegt.

Der Vater hat als Mathematiker gearbeitet und er weiβ alles über Kreise. Der erwachsene Sohn hat einverstanden, dass das Erzählen der Odyssee sich im Kreis dreht: dort gibt es Rückwendungen zusammen mit Ereignisse der Zukunft inzwichen. Der Vater und der Sohn haben schon eine lange Reise zusammen unternommen und sie haben die Odyssee zusammen gelesen und das ist bemerkenswert, weil die Odyssee eine Geschichte von Vätern und Söhnen ist– es endet mit dem Wiedervereinigung des Sohnes mit seinem Vater.

Als ich die Odyssee gelesen habe, habe ich gedacht, das dort eigentlich kein Vater gibt, sondern der Vater ist der Sohn: dort ist ein Mann und das ist Leben – Zeiten ändern sich. Als ich Mendelsohns Buch gelesen habe, habe ich gedacht, dass vielleicht habe ich Odyssee misverstanden – einer von meiner Odysseus-Momente.

In Mendelsohns “Eine Odyssee” gibt es zwei Männer: 81-jähriger Vater und seiner Sohn, der antiken griechischen Literatur an der Uni unterrichtet. Sie lesen die Odyssee zusammen und sie sind auf Kreuzfahrt durch das Mittelmeer. Es ist ein Irrweg – wie in der Odyssee – und am Ende bekommen sie ihre Odysseus-Moment. Sie finden ihr Ziel nicht, aber das macht nichts, weil der eigene Ankerplatz ist nicht die Gleiche für alle.

Wer Odyssee nicht gelesen hat, kann dieses Buch trotzdem lesen. Es ist interessant über weltbekannter Epos zu lernen.

Das Buch ist aus dem Amerikanischen von Matthias Fienbork traduziert. Als DAF (Deutsch als Fremdsprache)-Lernerin hätte ich gewüncht, dass wenn dort verschiedene Wörter für das Reisen erwähnt wird und über deren Ursprung erzählt ist, dieser Wörter wären auf Deutsch dargestellt worden. Aber ja, praktisch alles passiert in Miami und New York und dafür Englisch…

Das Buch bietet viele Gelegenheiten um die Sprache zu lernen. Die Sätze sind ziemlich lang. Der Wortschatz ist weit, besonders viele Substantive sind ungewöhnlich und gut so – das Buch ist flieβend zu lesen und zu erinnern. Ich rekommendiere!

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